Infos über Lechenich

Stefan Kluth, Freitag 16 März 2007 - 23:24:32

Kurzinfo zur Stadtgeschichte von Lechenich

Burg2.jpgDie Stadt Lechenich war in römischer Zeit bereits besiedelt. Der Ortsname leitet sich ab von Lanehiacum, wie durch ein um 200 datierter Matronenstein, der den Fruchtbarkeitsgöttinnen, den Matronen Lanehiae geweiht war, belegt. Eine spätere Siedlung mit einer von den Erzbischöfen von Köln errichteten Burg und einer Kirche lag südwestlich der heutigen Stadt in der Nähe der römischen Siedlung.


Das heutige Lechenich, dem 1279 durch Erzbischof Siegfried von Westerburg städtische Privilegien verliehen wurde, ist eine planmäßig angelegte befestigte Anlage, wobei die schon bestehende Marktsiedlung mit einbezogen wurde. Die Stadtrechte galten auch für die Burgbanndörfer Ahrem, Blessem, Konradsheim, Herrig und Meller. Die Altstadt von Lechenich zeigt noch heute die planmäßige Anlage mit Mauern und Graben, Stadttoren, einem Marktplatz mit einem Rathaus, einer Stadtkirche, dem Amtshaus und dem Schloß des Landesherrn. Von der mittelalterlichen Stadtmauer haben sich nur Teile am ?Zehntwall?, ?Auf dem Graben? und auf dem ?Schloßwall? erhalten. Sie wurde bei der Belagerung Lechenichs 1642 teilweise gesprengt. und nicht wieder aufgebaut. Von den vom Mühlenbach gespeisten Wassergräben sind die an der Stadtseite vom Herriger Tor bis zum Bonner Tor sowie ein Teil des Schloßweihers erhalten.



Bis zum Bau der Provinzialstraße von Neuss nach Euskirchen 1854 waren die beiden Stadttore, das Bonner Tor und das Herriger Tor, durch die die Straße von Bonn nach Aachen führte, der einzige Zugang zu der seit Beginn des 14. Jahrhunderts ummauerten Stadt. In der Zeit zwischen 1895 und 1955 fuhr eine Schmalspurbahn, die ?Flutsch?, durch beide Tore von Liblar nach Euskirchen. Das Rathaus auf dem Marktplatz ist im neugotischen Stil erneuert. Auf dem Marktplatz wurde vor einigen Jahren eine Stele mit Darstellungen zur Geschichte Lechenichs errichtet. In der Nähe des Marktplatzes liegt die Stadtkirche St. Kilian. Das ehemalige Schloß ist heute eine Ruine und in Privatbesitz. Das Amtshaus des Kurfürsten war Verwaltungssitz und Gerichtsgebäude. Lechenich blieb bis zum Ende Kurkölns Verwaltungs- und Gerichtszentrale des Amtes Lechenich. In der Schloßstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche, liegt das Hotel Restaurant ?Husarenquartier?, im 18. Jahrhundert Standquartier der kurfürstlichen Landgendarmen. In den erhaltenen Flügeln des ehemaligen Franziskanerklosters in der Klosterstraße befindet sich das Hotel Restaurant ?Franziskaner?. Unter französischer Verwaltung wurde bei der Neueinteilung des linksrheinischen Gebietes Lechenich eine Mairie und Sitz der Kantonsverwaltung.


Husarenquartier.jpg
In preußischer Zeit war Lechenich zunächst Kreisstadt des Kreises Lechenich, doch 1827 wurde die Kreisverwaltung nach Euskirchen verlegt. Lechenich hatte seit dem Mittelalter eine jüdische Gemeinde mit einem Gebetshaus für die Juden des Amtes Lechenich, zu dem alle Orte der heutigen Stadt Erftstadt (mit Ausnahme Niederbergs) gehörten. Auch nach 1800 lebten viele Juden in Lechenich. Im Jahre 1886 erbaute die im 19. Jahrhundert sehr groß gewordenen jüdische Gemeinde eine Synagoge, die 1938 in Brand gesteckt wurde. An Lechenich ist im 19. Jahrhundert die industrielle Entwicklung vorbeigegangen. Die Schmalspurbahn konnte einen fehlenden Bahnanschluß nicht ersetzten. Auf den fruchtbaren Lößböden um Lechenich wurde überwiegend Landwirtschaft betrieben.



HerrigerTor.jpg
Bis zur kommunalen Verwaltungsreform war Lechenich das Zentrum für den Nordkreis des Kreises
Euskirchen. Die zentralen Funktionen waren gegeben durch das Amtsgericht, das Notariat, die Banken, das Gymnasium, durch Ärzte und Apotheken und das große Angebot an Fachgeschäften. Seit der Gründung der Stadt Erftstadt sind diese Funktionen fast alle verloren gegangen. Bauten des 19. und 20. Jahrhunderts prägen heute das Bild der Altstadt, vor allem fallen die neugotischen Bauten, die nach Entwürfen des Kölner Dombaumeisters Zwirner errichtet wurden, auf. Die alten Häuser wurden durch Kriege und Brände fast alle zerstört. Seit Mitte der 1960er Jahre entstanden um den alten Stadtkern viele Neubaugebiete. Zum 31.03.2008 hatte der Stadtteil Lechenich/Konradsheim 11875 Einwohner (davon 225 Konradsheim).


















Copyright: Der Text für diese Seite wurde uns freundlicherweise von Hanna Stommel zur Verfügung gestellt. Bildnachweis: Hanna Stommel (Hotel Franziskaner, Husarenquartier), Dieter Hoffsümmer (Bonner- und Herriger Tor) und Helmut Ockenfels (alle anderen Bilder). Alle Rechte verbleiben bei den Urhebern. Vielen Dank für die Veröffentlichungsgenehmigung! Wer sich intensiver mit dem Thema Geschichte von Lechenich bzw. Erftstadt befassen möchte, dem empfehlen wir Kauf und Lektüre des Loseblattwerkes ?Denkmäler in Erftstadt?, 1998 herausgegeben von der AHAG, Aktionsgemeinschaft Handel & Gewerbe, in Verbindung mit dem Kulturamt der Stadt Erftstadt. Autoren: Hanna Stommel, Dieter Hoffsümmer und Frank Bartsch. Hier finden Sie 4-farbig bebilderte Informationen zur Historie aller Erftstädter Stadtteile.
Zu erwerben ist das Werk beim Schreib-Shop, Lothar Marschalleck, Schloßstraße 4, 50374 Erftstadt-Lechenich, (0 22 35) 56 96.

Infos über Lechenich
 
(C) 2014 Lechenicher Stadtgarde / Erftstadt Lechenich